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Unsere Geschichte

Von der Hinterhof-Sternwarte zum Planetarium

Alles begann Anfang der 1960er Jahre in einem Hinterhof an der Konstanzerstrasse: Paul Wetzel stellte dort neben seiner Drechslerei ein selbstgebautes Spiegelteleskop mit 30 cm Durchmesser auf – für die damalige Zeit ein beeindruckendes Instrument. Rasch fanden sich weitere Sternfreunde ein, und aus regelmässigen Beobachtungen und monatlichen Treffen entstand die „Astronomische Gruppe Kreuzlingen“. Die Stadt Kreuzlingen sicherte der Gruppe eine kleine Parzelle am Stadtrand für eine Beobachtungsstation zu.

Der Bau der Sternwarte

1969 fiel der Entschluss, mit einer grossen Werbekampagne Geld für eine richtige Sternwarte zu sammeln. 1971 wurde die Gruppe zur Astronomischen Vereinigung Kreuzlingen (AVK), und die „Stiftung Sternwarte Kreuzlingen“ übernahm die Trägerschaft. Behörden, Industrie und Privatpersonen unterstützten das Projekt – allen voran die Firma MOWAG, die aus von NEHER gespendetem Aluminium die Kuppel nach Plänen von Karl Zwirzitz baute.

Nach Planungsbeginn 1972 und Baustart 1974 wurde im Frühling 1976 die Leichtmetallkuppel aufgesetzt. Am 23. Oktober 1976 öffnete die Sternwarte ihre Türen – und steht seither jeden Mittwoch der Öffentlichkeit offen.

Meilensteine

  • 1981 – Ausbau des Fotolabors für die Astrofotografen, nachdem dort zunächst eine Radioastronomie-Gruppe untergekommen war
  • 1983 – Sanierung von Feuchtigkeitsschäden
  • 1986 – Inbetriebnahme eines 50-cm-Spiegelteleskops
  • 2002 – Einweihung des Planetariums als Erweiterungsbau
  • 2011 – Komplette Erneuerung des Instrumentariums
  • 2016 – Einweihung der Fulldom-Anlage im Planetarium; Schenkung von drei 10″-Teleskopen, u. a. für gehbehinderte Besucher und die Jugendgruppe

Das Planetarium

Weil die zunehmende Lichtverschmutzung die Beobachtungsbedingungen verschlechterte, wuchs der Wunsch nach einem Planetarium. Mit dem Um- und Neubau 2002 kamen neben der Kuppel ein Foyer, zwei zusammenschaltbare Vortragsräume sowie Tonstudio und Produktionsräume hinzu – denn die Shows werden von Anfang an selbst produziert. Am 22. Mai 2016 wurde die moderne Fulldom-Anlage eingeweiht, die die Shows mit mehreren Beamern bewegt an die Kuppel projiziert.

Die Instrumente

Herzstück der Sternwarte ist seit 2011 ein 510-mm-Cassegrain-Spiegelteleskop, ergänzt durch einen 193-mm-Calciumfluorid-Refraktor von Baader und einen 80-mm-Zeiss-Refraktor auf einer 10-Micron-Montierung. Für die Sonnenbeobachtung stehen ein Herschel-Prisma und ein H-α-Filter bereit, ein Spektroskop macht Sternspektren sichtbar. Auf der Terrasse warten ein 12″-Dobson, ein Grossfernglas und ein H-α-Sonnenteleskop auf die Besucher.